Körperintelligenz

Der Tanz zwischen Verstand und Wahrnehmung

Technik vs Mensch

Wir leben in einer Zeit, in der die Zukunft noch nie ungewisser schien und in denen rasante Veränderungen nicht erst seit gestern uns eine immer komplexere Welt vorfinden lassen. So ist es sicher durchaus verständlich, dass sich viele nach Vereinfachung sehnen. Sei es über die Reduzierung des Lebensstils – auch bekannt unter Minimalismus – oder mit Hilfe von Technik, die einem komplexe Entscheidungen abnehmen. Ein Super-Match via Algorithmus für den Traumpartner. Die Uhr oder das Smartphone die einem mitteilen, ob man gut geschlafen hat. Zählt, wie viele Schritte man gelaufen ist und vorschlägt was man heute Essen könnte. Die Fantasien gehen hier noch viel weiter - die Möglichkeiten durchaus auch. In einem Vortrag der DMXCO erfuhr ich, dass Biometrische Daten sogar via WiFi über die Frequenzen (Radiowellen) und Resonanzen unserer Körper ausgelesen werden können, um zu erfahren, wie es dem Menschen in dem Raum gerade geht. (Quelle: Forbes / MIT’s CSAIL EQ-Radio Program / 2016) Geräte, die unseren seelisch-körperlichen Zustand und unser System besser kennen als wir selbst, oder unser Gegenüber? Roboter, die empathischer mit uns umgehen können, als der/die eigene Partner*In? Ist das wirklich alles sinnvoll? Und wollen wir das? Wie steht es denn mit unserer eigenen ganzheitlichen Intelligenz? Können wir all dies auch selbst erlernen?

Den Verstand - den wir Allgemein hin mit Intelligenz in Verbindung bringen, den kennen wir. Auch wenn wir beim Thema Hirnforschung noch immer an vielen Stellen etwas im Dunkeln tappen, wollen wir nun die uns grob bekannten Prozesse an Technik abgeben? 
Auch wenn das Internet hier sicher schon einiges mehr an Vielfalt mit sich bringt (Big Data), so mögen aber die Grundlagen, welche durch ein selbst lernendes System verfeinert und optimiert werden, möglicherweise fehlerhaft und unzureichend sein. Wieso? Weil wir oft ja nicht mal selbst in der Lage sind, für uns die besten Entscheidungen zu treffen. Oder in der Vergangenheit auch schon mal eine Menge Mist entschieden haben. U. a. auch wegen dem Verstand und der Logik. Z. B. der Logik des Marktes. Oder auf Grund eines fixen Glaubens. Wie sollte also ein technisches System, welches jetzt von uns für uns via Data Science lernt, dieses besser machen?

Wenn die Informationsgrundlage eine unzureichende oder fehlerhafte ist, können die Entscheidungen somit nicht besser werden. 
Nicht besser für das Individuum.

 


Wie sieht es denn jetzt mit unserem Körper aus? Gehen wir hier mal ein wenig zurück. Quasi auf den Anfang. Und lassen das Bild kurz auf unser geistiges Auge wirken. 

Es gab da laut Forscher*innen diverse Formen von Menschen, die sich über die Zeit immer weiterentwickelt haben und irgendwann zum Homo sapiens wurden. Das haben wir auch äußeren Veränderungen zu verdanken, die wir wiederum selbst erschaffen haben. Ein Wechselspiel. Grundsätzlich kann man aber wohl sagen, hat sich die Geschichte des Menschen entwickelt und immer wieder angepasst, sowie an Komplexität zugelegt. Teilweise hat sich die Natur/Schöpfung auch völlig neu erfunden, was dann später auch meist einen Sinn ergeben hat. Aus der Evolution, wie der Historie heraus. Noch zu Beginn war dabei der Verstand nicht so ausgeprägt wie er es heute ist. Jedoch sollte sich unser Körper, sowie seine Sinne, nicht logischerweise auch mit entwickelt haben? Und das möglicherweise auch nicht zwingend homogen? Denn für die Evolution und Artenvielfalt, ist Homogenität eher hinderlich. So etwas wie eine Pandemie oder auch andere umfassende Katastrophen, würde eine absolut homogene Art innerhalb kürzester Zeit ausrotten. Der Mensch ist zwar anpassungsfähig - als Gesamtheit - dies benötigt allerdings auch Zeit und eben ganz unbedingt: Vielfalt. 

Je mehr Vielfalt, desto resistenter das gesamte System. Und dies muss logischerweise mit mehr als rein unserem Verstand passiert sein. Nein. Da würde ich sogar sagen, da weisen wir diesem möglicherweise einen Alleinherrscher-Platz zu, mit dem er alleine überfordert ist. Denn er ist zudem leicht zu manipulieren. Auch von uns selbst. Er ist ein wirklich tolles und großartiges Werkzeug, aber er braucht für eine qualitative Leistung treue Verbündete. Und diese treuen Verbündeten waren voraussichtlich sogar bereits vor dem Verstand da. Sie sind somit in Teilen also älter und erfahrener. Es könnten aber auch längst neue Prozesse dazu gekommen sein und uns ist es noch gar nicht so recht aufgefallen. Wie das aber immer so ist, mit Generationen-Kämpfen: die Jüngeren rebellieren gerne und die Älteren ignorieren gerne mal ein bißchen. :-)

Was also, wenn wir einfach noch nicht verstanden haben, dass alles im Zusammenspiel - 
in perfekter Harmonie - den besten Super-Quantencomputer ergibt?


Anders und möglicherweise besser als vorhandene Technik und künstliche Intelligenz. 
Und diese möchte ich hier gar nicht schlecht reden. Ich bin durchaus Technik-Fan. Letzten Endes erschaffen wir im Aussen, was auch in uns ist. Da wir aus dem Innen heraus kreativ schöpfen. Wie Innen - so Außen. Wäre es sinnvoll, sich diesen versteckten und unbewussten Potenzialen zu widmen? Bevor wir gleich alles an etwas Künstliches abgeben? Wäre es nicht sinnvoller Körper-Geist und Technik in Harmonie zu nutzen? 
Also unsere ganze Natur in Harmonie mit dem Rest?

 


Was genau aber könnte jetzt diese Körperintelligenz alles sein? 
Diese mystischen Verbündeten unseres rationalen Verstandes? 

Und wie können wir mit diesen Verbündeten Frieden schließen?



 
Wir haben bei einer kleinen Straßenumfrage ein paar Stimmen dazu eingefangen. 
Die wenigsten konnten ad hoc etwas damit anfangen, fanden die Frage aber allesamt sehr interessant. Die Mehrheit konnte es immerhin mit dem Thema: „Gesundheit und Wohlbefinden“ in Verbindung bringen. Teilweise ging auch bereits die Vermutung in Richtung: „sowas wie Bauchgefühl oder Intuition. Vielleicht auch sowas wie soziales Empfinden oder Gefühle. Wahrnehmung?“ Es kam sogar die Frage an uns zurück: "Ist nicht unser Darm sogar eine Art Gehirn oder eigene Intelligenz?" 

Hatte man mal irgendwo gelesen. Und das es sogar mehr Nervenverbindungen vom Darm zum Gehirn, als umgekehrt gibt. Wieso das eigentlich so ist, weiss man noch nicht so genau. So viel zu der Datengrundlage. Man ist der Sache aber durchaus auf der Spur. (Quelle: Forschungen der Universität Illinois zur Darm-Hirn-Achse über die Verarbeitung nährstoff- und nicht nährstoffbezogener Informationen) Naja, schauen wir hier mal zu den alten Griechen oder auch in die vedische Lehre (Ayurveda), so sind diese Erkenntnisse wie Thesen nicht all zu neu. Hier findet man zwar andere, spirituell klingende Begriffe, wie „in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist“ oder Begriffe wie Doshas und das Wort „Energie“ - jedoch das Prinzip ist dasselbe. 


 

Z. B.: „Du bist, was du isst“. Dein Körper in Kombination mit deinem Wesen (Seele/Persönlichkeit/Charakter) schenkt Dir den Rahmen, indem du gesund und mit Freude dein Leben leben kannst. Es ist allerdings sehr divers, was für den Einzelnen gesund ist. Es entwickelt sich voraussichtlich mit den Zeiten auch unterschiedlich. 
Sicher nicht homogen. 




Um den vedischen Ansatz mal runter zu brechen. Im Grunde sind sie der Sache auch schon durchaus recht nahe gekommen. Denn sie betrachten zudem etwas mehr als nur den Darm. Auch, wenn dieser ein zentrales Element darstellt. Überträgt man es jetzt mal auf westliche Forschungen sind wir hier ca. bei Darm mit Charme (Giulia Enders), was wirklich ein absolut tolles Buch ist - dennoch eine Teilbetrachtung. Was genau machen denn die Bakterien? Sie arbeiten auf kleinster Ebene betrachtet, mit elektrischen Impulsen. Ergo: Energie. Frequenz. Wie auch immer man dies nennen möchte. Diese Prozesse befinden sich natürlich nicht nur im Bereich des Bauches. Unser ganzer Körper besteht aus fortlaufenden, energetischen, hochfrequenten Kommunikationsprozessen, von denen wir die meiste Zeit nichts mitbekommen. Zum einen, weil die Prozesse teilweise so fein und schnell sind und wir so daran gewöhnt, dass wir sie nicht bemerken. Zum anderen, weil unser Verstand gelernt hat, sehr laut zu sein. Wir haben ihn ja auch selbst auf dieses Podest gesetzt, wie an den Lautsprecher angeschlossen. Ja. Zugegeben, er hat wirklich unfassbar großartige Dinge vollbracht. Ohne ihn könnte ich hier auch kaum diesen Denksport heraushauen. Jedoch war das mein Verstand ganz alleine? 
Ganz klar: Nein!

Es war gelungenes Teamwork. In diesem Team, ist der Verstand eher die Festplatte, ein Teil Prozessor, ein Teil Arbeitsspeicher und die Grafikkarte. Mehr aber auch nicht. Zugegeben, ich erahne so langsam, dass der Arbeitsspeicher und die Grafikkarte in meinem Falle weit über dem liegen, was ich dachte, was diese kann. Jedoch ist vermutlich auch die Speicherplatte eben nicht nur mein Gehirn, sondern eben auch mein Körper. Unsere Körperintelligenz im Verbund mit der Persönlichkeit und der Wahrnehmung kann sehr viel mehr. Vielleicht vergleichbar mit Permakultur. Nur innerhalb von uns selbst. Ein harmonischer Kreislauf, den man ganz praktisch in Gang bringen kann.


Was könnte also diese Körperintelligenz noch alles drauf haben?

 

Betrachten wir noch mal unseren Weg, den wir so als Menschen zurückgelegt haben.
Die Katastrophen, die wir überstanden haben, die Reisen und Gefahren, die wir überlebt und verwandelt haben. Wie wir daraus gelernt und uns weiterentwickelt haben. Jetzt nehmen wir mal an, all dieses Wissen ist in uns gespeichert. Von vielen, vielen Generationen. Sowohl die miesen, als auch die guten Erfahrungen. Viola. Ein Ultra-Quantencomputer, mit voraussichtlichen Fähigkeiten, die wir uns bis dato nur in Science Fiction Filmen vorstellen können. Möglicherweise haben wir diese Potenziale sogar bereits eine ganze Weile. In etwa so wie die Brille, die wir auf dem Kopf tragen und mal wieder suchen, weil wir sie gar nicht bemerken. Was hilft bei der Sache mit der Brille? Achtsamkeit! Bewusstwerdung. Bewusst-Sein. 





Wieso fehlt uns diese Achtsamkeit? Unter anderem durch homogene kulturhierarchische Strukturen. Es kommt ein gerade im Trend liegendes Erziehungsmodell, der Kindergarten, die Schule, fixe Zielvorgaben, wie traumatische Erlebnisse. Und schwups - nach und nach verkümmern die spezifischen Veranlagungen, wie Körpersinne. Sie melden sich nur noch in absoluten Notlagen. Überlebensprogramm. Teilweise wird sogar das Überlebensprogramm zum neuen Normal und völlig undramatische Situationen werden zur Notlage für unser verdrehtes System. Andernfalls werden innere Warnungen überhört und chronische Krankheiten oder andere gesundheitliche Miseren folgen. Kurz, bevor es ganz zu spät ist, schlägt diese innere Intelligenz also Alarm. Wann wir diesen Alarm frühestens hören, ist auch abhängig davon, wie sehr uns das Leben bereits umgeformt hat. Trägt daran jemand eine Schuld? Nein. Sicher nicht direkt. Denn darum geht es nicht. Wir wussten es einfach nicht besser und wissen oder ahnen es jetzt so langsam. Das sollte Anlass genug sein, an diesem Zustand etwas zu ändern. Diese Bewusstheit kennen und lieben zu lernen. Sich über das Wunder der Evolution und Natur zu erfreuen und vor allem darin zu entdecken wie unfassbar bunt, wunderschön und vielfältig wir sind. Wir können lernen unserem Bauch wieder zuzuhören, unserem Wohlbefinden und Körperinstinkten zu vertrauen, dem impulsartigen Herzgefühl oder der emotionalen Welle, die uns zur Ruhe und Geduld bewegt. Welche uns einfach zum Fühlen einlädt, oder zum Rückzug. Zum er-leben, statt nur leben und schon gar nicht nur zum reinen Überleben. Wobei gerade auch für letzteres all diese Entwicklungen ursprünglich mal gedacht waren und ganz sicher auch zukünftig einen Sinn ergeben.

Wir sind so viel mehr!

Aus meiner persönlichen Erfahrung, wie dem einlassen auf dieses Körper-Experiment, kann ich heute bestätigen, dass sie SEHR viel mehr kann. Diese Bewusstheit. Sie kann uns in tiefe Verbindung mit uns selbst bringen, wie den Menschen um uns herum. Sie kann Erkenntnis und Verständnis bringen - vorausgesetzt, wir lassen sie auch in entsprechender Weise mit uns kommunizieren. Sie kann uns in die Liebe leiten. Denn sie war von Anfang an ausschließlich das. Zusammen mit unserer individuellen Persönlichkeit, kann daraus ein Tanz entstehen, der ganz im Flow, uns genau dahin begleitet, wo wir sein sollen. Am besten zu einer nachhaltigen, ganzheitlich gesunden Entwicklung. Mit purer Lebensfreude, wie im harmonischen Tanz miteinander.

Euer Ultra-Quanten-Computer 
Ruth ;-)